Am Mittwoch, den 26. Februar, erlebten die Schülerinnen und Schüler zweier 8. Klassen der Alexander-von-Humboldt-Realschule in Bayreuth einen besonderen Schultag. Im Rahmen eines inklusiven Projekts, organisiert vom RSV Bayreuth, tauchten sie in die Welt der Inklusion ein – eine Erfahrung, die sowohl lehrreich als auch bewegend war.
Doch was bedeutet Inklusion eigentlich? Zu Beginn des Projekttages konnten viele der Schülerinnen und Schüler nur schwer eine Antwort auf die Frage geben. Erst durch den gemeinsamen Austausch wurde schnell klar: Inklusion bedeutet, dass alle Menschen – unabhängig von einer Behinderung – denselben Platz in der Gesellschaft haben und gleiche Chancen bekommen. Es geht um Barrierefreiheit, Respekt und ein selbstverständliches Miteinander.
Nach dieser theoretischen Einführung wurde es praktisch: Die Schülerinnen und Schüler konnten am eigenen Leib erfahren, mit welchen Herausforderungen Menschen im Rollstuhl täglich konfrontiert sind. Erste Bewegungen im Rollstuhl, das Öffnen und Schließen einer Tür oder das Überwinden einer Rampe – all das schien auf den ersten Blick einfach, entpuppte sich aber schnell als echte Herausforderung.
Besonders für Lacher sorgte eine Situation, als ein Schüler beim Verlassen des Klassenzimmers die Tür einfach zufallen ließ. Svenja Mayer, Rollstuhlfahrerin, RSV-Spielerin und Mitglied der deutschen Nationalmannschaft, kommentierte scherzhaft: „Wenn du das bei mir zuhause machst, hätten wir ein Problem!“ Die lockere Atmosphäre half den Jugendlichen, sich spielerisch und ohne Hemmungen auf die neuen Erfahrungen einzulassen.
Nach diesen ersten, eher „alltäglichen“ Eindrücken ging es weiter in die Sporthalle, wo die nächste Herausforderung auf die Jugendlichen wartete: Rollstuhlbasketball. In speziell für den Sport entwickelten Rollstühlen sammelten die Klassen erste Erfahrungen in einer der inklusivsten Sportarten der Welt. Mit großer Begeisterung, Teamgeist und viel Ehrgeiz tauchten sie in das Spiel ein. Schnell wurde klar: Inklusion bedeutet nicht nur, Herausforderungen zu meistern, sondern auch Spaß, Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung.
„Wenn unsere Botschaft der Inklusion ankommt, haben wir unseren Job richtig gemacht. Und wenn dabei so viel Begeisterung entsteht, bin ich überzeugt, dass wir die Menschen nicht nur für den Moment erreichen, sondern sie nachhaltig auf ihre Zukunft vorbereiten und ihr Verständnis für ein inklusives Miteinander stärken“, so Dagmar van Hinte, Projektleiterin.
Am Ende des Tages war eines klar: Inklusion ist nicht nur ein Wort, sondern eine Haltung. Die Jugendlichen konnten wertvolle Einblicke gewinnen, neue Perspektiven einnehmen und vor allem eine große Portion Respekt und Wertschätzung für die Leistungen von Menschen mit Behinderung mitnehmen. Ein Tag, der sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.