Am Dienstag, den 7. Juli, durften wir erneut an der Kaufmännischen Berufsschule II zu Gast sein. Als langjähriger Partner unserer Schulprojekte ist die Schule inzwischen ein fester Bestandteil unseres Jahresprogramms. Umso mehr freuten wir uns, auch in diesem Jahr gemeinsam mit einer Industrieklasse sowie zwei Versicherungsklassen einen spannenden Projekttag rund um das Thema Inklusion und Barrierefreiheit zu gestalten.
Ein besonderer Dank gilt dem Rehateam Nordbayern, das uns den Rollstuhlparcours zur Verfügung stellte und den Schülerinnen und Schülern damit wertvolle Alltagserfahrungen aus der Perspektive eines Rollstuhlnutzers ermöglichte.
Den Auftakt bildete eine gemeinsame Theorieeinheit, in der die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Alltag von Menschen mit Behinderung sowie die Bedeutung von Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe erhielten. Gerade für die angehenden Kaufleute der Versicherungsklassen bot der Projekttag einen besonderen Mehrwert. Im späteren Berufsleben werden sie immer wieder mit Fragen rund um Hilfsmittel, Mobilität und die Versorgung von Menschen mit Behinderung in Berührung kommen. Umso wichtiger ist es, verschiedene Lebensrealitäten nicht nur theoretisch kennenzulernen, sondern selbst erleben zu dürfen.
Im praktischen Teil wechselten die Klassen selbst in den Rollstuhl. Schnell wurde deutlich, dass viele alltägliche Situationen, die zunächst selbstverständlich erscheinen, plötzlich ganz neue Herausforderungen mit sich bringen. Bereits das Öffnen einer Tür oder das Überwinden kleiner Hindernisse verlangten deutlich mehr Planung, Kraft und Koordination als zunächst erwartet.
Im Anschluss ging es nach draußen zum Rollstuhlparcours. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Alltagssituationen selbst ausprobieren und erfahren, welche Herausforderungen ein Rollstuhl im täglichen Leben mit sich bringen kann. Nach dem Parcours wartete noch eine letzte Aufgabe: Gemeinsam ging es einen Berg hinauf. Spätestens hier wurde eindrucksvoll deutlich, wie viel Kraft, Ausdauer und Technik Rollstuhlnutzerinnen und Rollstuhlnutzer im Alltag benötigen. Trotz der körperlichen Anstrengung ließen sich die Schülerinnen und Schüler nicht entmutigen und meisterten die Herausforderung mit viel Ehrgeiz und gegenseitiger Unterstützung.
„Die Kaufmännische Berufsschule II begleitet unsere Schulprojekte bereits seit vielen Jahren. Gerade deshalb freuen wir uns jedes Mal auf das Wiedersehen. Besonders die Versicherungsklassen profitieren von diesem Perspektivwechsel, weil sie viele der gewonnenen Erfahrungen später in ihrem Berufsalltag einordnen und in ihre Beratung einfließen lassen können. Wenn aus Theorie eigenes Erleben wird, entsteht ein Verständnis, das weit über den Unterricht hinausgeht,“ blickte Projektleiterin Dagmar van Hinte zufrieden zurück.
Wir bedanken uns herzlich bei der Kaufmännischen Berufsschule II für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie beim Rehateam für die Unterstützung mit dem Rollstuhlparcours. Wir freuen uns bereits auf das nächste gemeinsame Projekt.